Kurz-Beschreibung des SK-Prinzips auf einer Seite

Manchmal scheitert eine Mehrheitsentscheidung wenn man zum Beispiel bei mehreren Entscheidungsalternativen eine annähernd gleiche Stimmenverteilung bekommt, keiner nachgeben will und letztlich eine Gewinner-Verlierer-Situation eintritt. Im Extremfall gewinnt dann eine Partei obwohl sie die Mehrheit gegen sich hat. Wird ein solches Ergebnis durchgesetzt, entsteht auf der Verliererseite eine große Frustration, die bis zum Boykott eines gesamten Projekts führen kann. Um aus dieser Sackgasse herauszufinden, bedient man sich eines Abstimmungsprinzips, das sich nicht auf Zustimmung sondern auf Ablehnung stützt. Diese Herangehensweise erscheint auf den ersten Blick befremdlich, weil sie mit Widerstand statt mit Zustimmung arbeitet. Das Positive entpuppt sich aber dann, wenn man erkennt, dass bei dieser Methode keine Kampfsituation mehr aufkommen kann bei der es Sieger und Besiegte gibt. Dadurch dass jeder seinen Widerstand in abgestufter Weise einbringen kann, wird jede Befindlichkeit berücksichtigt und Enthaltungen sind eine seltene Ausnahme. Wenn man auf der Gegenseite des Widerstands die Akzeptanz sieht, verliert die Methode ihren negativen Anstrich. Dort wo der Widerstand am geringsten ist, ist auch die Akzeptanz gleichzeitig am größten.

In der Praxis läuft das ganze so ab, dass jede Person die an einem Entscheidungsprozess teilnimmt, aufgefordert wird, jeden Vorschlag mit einem Widerstandswert von 0 bis 10 zu bewerten. Daraus lässt sich nach Addition der Werte für jeden Vorschlag ein Gruppenwiderstand ermitteln. Der Vorschlag, bei dem der Gruppenwiderstand am niedrigsten ausfällt, hat die Chance von der Gruppe mit der größten Zustimmung akzeptiert zu werden. Er entspricht dem verbleibenden Konfliktpotential, das dort seinen niedrigsten Wert hat. Die Wahrscheinlichkeit ist sehr hoch, dass diese Entscheidung von der gesamten Gruppe getragen wird. Für den Fall, dass die Gruppe nicht entscheidungsberechtigt ist, dient diese Methode als Entscheidungs-Vorbereitung, und das Ergebnis kann dem Entscheidungsträger als Empfehlung vorgelegt werden. Da viele Institutionen ein Mehrheitswahlrecht vorschreiben, kann dem Genüge geleistet werden, in dem in einer anschließenden Mehrheitsentscheidung das Ergebnis nochmals geprüft wird. Die bisherige Erfahrung zeigt, dass in den meisten Fällen die nach dem SK-Prinzip vorbereitete Entscheidung auch bei der anschließenden Mehrheitswahl nicht mehr anders ausfällt. Bei einer reinen Mehrheitswahl wäre diese Entscheidung aber mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht zustande gekommen.